Südwestfalen

"Ist doch alles nicht so schlimm"

11.08.2009 · SOEST Gestern Nachmittag wurde die Entscheidung des NRW-Gesundheitsministeriums bekannt gegeben: Der Schulbeginn findet wie geplant statt. Angesichts des "bisherigen Verlaufs" der Schweinegrippe wäre eine Verschiebung des Schulbeginns "nicht sinnvoll, nicht erfolgversprechend und unverhältnismäßig", so die klaren Worte von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Stattdessen weist er auf "Hygienemaßnahmen" hin und appelliert an die Vernunft der Schüler.

Für den Soester Schulleiter Walter Frigger ist der Entschluss keine große Überraschung: "Ich habe mit dieser Entscheidung gerechnet und finde sie vernünftig", urteilt der Rektor der Pauli-Hauptschule. Er weist darauf hin, dass sich die Schüler auch außerhalb der Schule anstecken könnten, etwa im Sportverein oder im Schwimmbad. Es sei nicht möglich, den Kontakt zwischen den Schülern zu verhindern.

Allerdings werden die Schüler gebeten, bei den Begrüßungen zu Beginn des Schuljahrs ein bisschen mehr Abstand zueinander zu wahren: "Große Umarmungen, Küsschen links, Küsschen rechts, müssen nicht unbedingt sein", findet der Rektor. Zudem sorgen die Hausmeister dafür, dass in allen Klassenräumen Papiertaschentücher und Seifenspender in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

"Schwierigkeiten könnten durchaus größer werden"

Wurde das Thema von den Medien unnötigerweise hochgepusht? Walter Frigger mahnt zur Gelassenheit: "Ich bin kein Arzt, habe aber mit verschiedenen Medizinern gesprochen. Die Ansteckungsgefahr ist da. Und wenn sich das Virus verändern sollte, könnten die Schwierigkeiten durchaus größer werden. Es besteht aber kein Grund für Panik."

Auch Heinrich Dreier, kommissarischer Schulleiter am Archigymnasium, findet die Entscheidung des Gesundheitsministeriums gerechtfertigt: "Die Situation ist wohl doch nicht so dramatisch wie gedacht." Außer Seifenspendern und Papiertaschentüchern werden am Archi keine extra Hygienemaßnahmen eingerichtet. In Schwimmbädern sei die Ansteckungsgefahr wesentlich größer.

Sollte die Schweinegrippe doch noch ausbrechen ("Ich gehe nicht davon aus"), wird der Schulleiter das Gesundheitsamt und die Bezirksregierung informieren und die betroffenen Schüler mit Grippesymptomen in einem Raum isolieren. "Den haben wir schon extra für den ersten Fall vorbereitet." dpz

 
Quelle: Märkischer Zeitungsverlag, www.come-on.de, 11.08.2009

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