Müllvermeidung schon in jungen Jahren lernen
Die Aktion „Stark, sauber, Soest" ist jetzt erfolgreich in den Schulklassen angekommen

 

Bericht Westfalenpost - 19.12.2002 - (thb) - Foto: Thorsten Bottin


 

Mit anschaulichen Experimenten erfahren sechste Klassen der Pauli-Hauptschule jetzt Hintergründe zum Thema Müllvermeidung und Müllentsorgung. Das Unterrichtsthema ist Teil der städtischen Aktion „Stark, sauber: Soest". 

SOEST.  Es ist noch gar nicht lange her, da redete man im Schulunterricht über die Vernichtung des Regenwaldes, wenn es um das Thema Umweltschutz ging. Dabei haben Jugendliche in Soest die Umweltverschmutzung direkt vor der Nase - als weggeworfene Getränkedose auf dem Schulhof oder als Pommesschale im Garten.
Was liegt also näher, als diese alltäglichen, lebensnahen Situationen aufzugreifen, wenn man bei Schülern einen Bewusstseinswandel im Umgang mit Müll und der Natur erreichen will? Gesagt, getan. In Soester Schulklassen wird nicht mehr nur das Abholzen des Regenwaldes besprochen. Im Rahmen der städtischen Aktion „Stark, sauber, Soest" beschäftigen sich Fünft- und Sechstklässler auch mit dem Müllaufkommen in ihrer Heimatstadt, lernen das System der Müllabfuhr und von Mülldeponien kennen und vor allem, wie sie Müll vermeiden können. Beim Frühstück, im Tornister und auf dem Schulhof.
„Wer den Dreck wegwirft, muss ihn auch wegräumen", fasst Walter Frigger, Leiter der Pauli-Hauptschule, diesen Gedanken in einen griffigen Satz. Einen Reinigungsdienst gibt es an der Pauli-Schule schon lange. Der wird jetzt für die Klassen 6a und 6b ergänzt durch Stippvisiten in der Kompostanlage Bergede oder durch anschauliche Experimente im Unterricht. Gestern zeigte Chemielehrer Friedrich-Wilhelm Dettmar in einem Versuch die Gefahren von Sonderabfällen: Er simulierte, wie Regenwasser durch Mülldeponien und das Erdreich bis ins Grundwasser sickert und dieses verseucht. Ein Appell an die Schüler, gefährliche Abfälle gesondert zu entsorgen.
Maria Kroll-Fiedler, Umweltberaterin im Rathaus, hat der Pauli-Schule und anderen städtischen Schulen das Material für dieses Unterrichtsthema zusammengestellt. „Die 5. und 6. Klassen sind dafür gut geeignet", weiß sie, „denn in diesem Alter sind die Kinder gut ansprechbar."
Unterstützung für das Projekt, das künftig eine feste Einrichtung werden soll, kommt auch von Ulrich Günther, dem Leiter des Kommunalbetriebs. Er lädt alle Klassen, die sich mit dem Thema Müll beschäftigen, zum Besuch des Betriebshofes ein. „Wir kommen auch mit dem Müllwagen zur Schule, damit die Kinder die Dimension des Müllaufkommens in Soest sehen."
 
übernommen von: http://www.gruene-soest.de/umwelt/muell3.html

Quelle: Westfalenpost, 2002.12.19

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